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Bier – Genußmittel für alle Sinne

Mit Bier verbindet man heute lange nicht den Genuß oder die Verkostung wie man es landauf landab beim Wein preist. Viele denken bei Bier an Dickbäuchige Menschen, die Bier in großen Mengen verzehren. Aber Bier gehört zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit und hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Versuchen Sie Bier mit allen Sinnen zu genießen! Verkosten Sie es!

Wir möchten Ihnen hier eine kurze Einführung in das Reich der richtigen Bierverkostung geben.
Die Verkostung sollte in einem neutralen Raum, ohne Zigarettenqualm oder sonstiger Aromastoffe in der Luft bei einer Temperatur von ca. 15 Grad in neutralen Gläsern verkostet werden. Dann kommen die Aromastoffe für Nase und Gaumen erst richtig zur Geltung.

Ungeübte Verkoster sollten mit einer offenen Verkostung beginnen. Da Bier in so vielen verschiedenen Sorten gebraut wird, sollte man die Sortenvielfalt auch nutzen. Ein Pils, ein Alt, ein Weizen, ein Export, ein Schwarzbier, ein Bockbier und eine Berliner Weiße sind für eine Verkostung gut geeignet. Wie auch bei einer Weinprobe sollte zwischen den einzelnen Verkostungen ein Stück Weißbrot den Gaumen neutralisieren. Schmecken Sie einfach die unterschiedlichen Nuancen und kommen Sie der fortgeschrittenen Kostprobe näher. Sie schärfen Ihre Sinne und lernen Bier von einer neuen Seite kennen.

Fortgeschrittene sollten die Probe innerhalb einer Biersorte probieren. Nehmen Sie 4 – 8 verschiedene Pilssorten oder Weizensorten und erkennen Sie die Unterschiede. Beschreiben Sie den Geschmack, die Nase und das Bild.

Um Ihnen eine Erleichterung an die Hand zu geben, möchten wir Ihnen für alle Ihre Sinne Anregungen schaffen:

DIE AUGEN:

Sehen Sie Sich das Bier genau an. Halten Sie es vor eine helle Wand. Wie ist die Farbe zu beschreiben? Hellgelb, Bernstein, golden, dunkel braun bis hin zu Rottönen? Ein weiterer Faktor ist die Trübung des Bieres. Ist es klar oder trüb oder mittel dazwischen (der Brauer nennt es dann opal)? Eventuell bilden sich Schlieren aus Hefe. Haben sich kleine verklumpte Hefebrocken abgesetzt oder andere Naturstoffe wie Eiweiße oder Gerbstoffe? Auf jeden Fall ist alles Natur. Wichtig ist auch der Schaum. Ist er grobporig oder fein. Fällt er schnell zusammen oder steht die Krone? Auch die Farbe des Schaumes kann je nach Sorte farblich vom Weiß abweichen. Dunkle Biere haben zumeist auch ins bräunliche gehende Schaumkronen.

DIE NASE:

Die Nase ist fast wichtiger als der Geschmack. Sie haben von Natur aus wesentlich mehr Geruchsunterschiede als Geschmacksunterschiede. Riechen Sie möglichst mit geschlossenen Augen, um sich ganz auf das Aroma konzentrieren zu können. Sie werden die Blume optimal wahrnehmen. Biere sind oftmals mit einem besonderen Hopfen (Aromahopfen) oder speziellen Hefen oder Malz gesegnet. Diese Naturaromen können nach Kräutern, nach Wald, Heu oder Wiese riechen. Von fruchtig über sauer bis hefig oder röstig sind viele Nuancen vertreten.

DIE ZUNGE:

Das Finale! Spülen Sie nach dem Antrunk das Bier ein wenig im Mund hin und her, so daß alle Geschmacksrezeptoren bedeckt werden. In der Grafik können Sie erkennen, an welcher Stelle Sie welche Geschmacksrichtung schmecken. An- und Abtrunk vollziehen Sie bestenfalls auch mit geschlossenen Augen. Auch hier sollte Ihre ganze Konzentration nur der Geschmacksvielfalt gewidmet sein. Sie schmecken süße, saure, rauchige oder röstige Aromen. Der Hopfen bringt die Bittere ins Bier. Sie sollten die Verkostung nur vornehmen, wenn Sie nicht hungrig oder durstig sind oder gerade eine Zigarette konsumiert haben. Da Geschmacksnerven relativ schnell abstumpfen verkosten Sie bestenfalls 4 Biere am Stück. Wichtig ist die Neutralisation durch Weißbrot.

So, und nun viel Spaß in einer neuen alten Erlebniswelt, die Sie so vielleicht noch nie erlebt haben!